Presse 01.10.2026

Währungs-Hedge bei globalen Aktien: Warum Vollabsicherung nicht automatisch das Risiko senkt

  • Hohe Kosten, geringer Nutzen: Eine vollständige Währungsabsicherung reduziert die Volatilität globaler Aktienportfolios derzeit kaum, verursacht aber Kosten von rund 1,4 Prozent pro Jahr.
  • Der optimale Hedge verändert sich: Die risikominimale Sicherungsquote ist nicht konstant. Seit 2000 schwankte sie je nach Marktumfeld zwischen 22 und 100 Prozent. 
  • Effizienter Mittelweg: Teilabsicherungen können einen Großteil der möglichen Risikoreduktion erzielen, zugleich Kosten begrenzen und Diversifikationseffekte erhalten. 


Eine vollständige Währungsabsicherung gilt bei vielen globalen Aktienanlegern häufig als sicherste Lösung. Eine neue Studie von Assenagon zeigt jedoch: Weniger Währungsrisiko bedeutet nicht automatisch weniger Portfoliorisiko. Entscheidend ist, wie Aktien- und Wechselkursbewegungen zusammenspielen. Im aktuellen Marktregime verursacht eine Vollabsicherung hohe laufende Kosten, ohne dabei jedoch die Schwankungen des Gesamtportfolios nennenswert zu senken. 

Wie stark Währungen die Rendite beeinflussen können, zeigen schlaglichtartig die Jahre 2022 und 2025. So erzielte der MSCI World 2025 in lokaler Währung ein Plus von 18,4 Prozent. Für einen ungesicherten Euro-Anleger blieben aufgrund der Währungsentwicklung lediglich 6,8 Prozent übrig, während die abgesicherte Variante 16,7 Prozent erzielte. 

Das Jahr 2022 zeichnet ein diametral entgegengesetztes Bild: Der vollständig abgesicherte Index verlor 17,7 Prozent, die Aufwertung des US-Dollar begrenzte den Verlust der ungesicherten Euro-Variante auf 12,8 Prozent. Die offene Währungsposition wirkte in diesem Fall als Puffer gegen fallende Aktienkurse. 

"Entscheidend ist nicht, ob eine Währung für sich genommen schwankt, sondern wie sie sich verhält, wenn die Aktienmärkte unter Druck geraten. Wertet der US-Dollar in Stressphasen auf, kann das Verluste am globalen Aktienmarkt abfedern. Eine Vollabsicherung würde dann nicht nur das Währungsrisiko, sondern auch diesen Diversifikationseffekt beseitigen", sagt Sebastian Schmider, Head of AI Solutions & Macro Analytics bei Assenagon.
 

Warum eine Vollabsicherung das Portfoliorisiko nicht in jedem Marktumfeld minimiert

Wie stark die Währungsabsicherung das Portfoliorisiko senkt, hängt vom jeweiligen Marktumfeld ab. Die sogenannte risikominimale Sicherungsquote gibt an, welcher Anteil des Währungsrisikos abgesichert werden müsste, damit das gesamte Aktienportfolio möglichst wenig schwankt. Seit dem Jahr 2000 schwankt diese Quote selbst in erheblichem Maße – je nach Marktphase zwischen 22 und 100 Prozent. Seit 2022 liegt sie bei rund 51 Prozent. Interessanterweise weisen vollständig abgesicherte und ungesicherte Portfolios mit jeweils rund 14 Prozent nahezu dieselbe Volatilität auf. 

Anleger sollten also genau abwägen, ob sie diese vermeintliche Absicherung wirklich benötigen, zumal diese das Portfoliorisiko nicht zwangsläufig minimiert. 
 

Hohe Kosten sprechen für einen differenzierteren Ansatz

Der sogenannte Hedge Carry – im Wesentlichen die Kosten aus den Zinsunterschieden zwischen den Währungsräumen – lag zuletzt bei -1,4 Prozent pro Jahr. Eine Erhöhung der Sicherungsquoten von 50 auf 100 Prozent hätte bei unveränderten Zinsdifferenzen rund 0,7 Prozentpunkte Rendite pro Jahr gekostet. Gleichzeitig wäre die Portfoliovolatilität im Marktregime seit 2022 nicht gesunken, sondern im Gegenteil leicht gestiegen. 

"Aktuell verursacht eine Vollabsicherung hohe laufende Kosten, ohne das Gesamtrisiko nennenswert zu reduzieren. Eine Teilabsicherung kann deshalb der effizientere Weg sein: Sie begrenzt Währungsrisiken und erhält zugleich einen Teil des Diversifikationseffekts im globalen Aktienportfolio", so Daniel Jakubowski, Head of Equity Portfolio Management. 
 

Fazit für Kapitalmarktanleger

Anleger sollten nicht pauschal zwischen vollständiger Absicherung und völlig offenen Währungspositionen entscheiden. Maßgeblich sind die Kosten des Währungs-Hedges und dessen tatsächlicher Beitrag zum Gesamtrisiko. Gerade bei hohen Absicherungskosten und einer negativen Korrelation zwischen Aktien und Währungen kann eine Teilabsicherung die wirtschaftlich sinnvollere Lösung sein – so das Fazit der beiden Investment-Experten von Assenagon. 

Die Studie in voller Länge lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Assenagon Equity Insights.

 

Hier können Sie druckfähige Fotos von Daniel Jakubowski und Sebastian Schmider downloaden.


München/Frankfurt, 1. Oktober 2026