Fondsauswahl: Wie wählen Berater und CIOs Fonds aus?

Viele Anleger beginnen die Fondsauswahl mit der Frage, welcher Fonds zuletzt die höchste Rendite, das beste Rating oder die vorderste Platzierung in einem Ranking erreicht hat. Solche Informationen können Hinweise liefern. Sie zeigen aber noch nicht, ob ein Fonds zur Aufgabe und zum Risikoprofil eines konkreten Portfolios passt.

Vor der Auswahl sollten Anlageziel, Risikobereitschaft, Anlagehorizont und die bestehende Portfoliostruktur geklärt sein. In der professionellen Fondsselektion folgt dann die entscheidende Frage: Welche Funktion soll der Fonds im Gesamtportfolio erfüllen?

Berater, Fondsselektoren sowie ein Chief Investment Officer, kurz CIO, betrachten einen Fonds deshalb nicht isoliert. Ein CIO verantwortet die übergeordnete Anlagestrategie und Portfolio-Ausrichtung. Professionelle Fondsauswahl verbindet den Portfolio-Fit mit einer strukturierten Prüfung von Performance, Risiko, Fondsmanagement-Team, Investmentprozess und Fondsvolumen.

Die wichtigsten Kriterien für die Fondsauswahl lassen sich in fünf Fragen bündeln:

Welche Aufgabe muss ein Fonds im Gesamtportfolio erfüllen?

Ein Fonds sollte eine klar definierte Funktion im Gesamtportfolio übernehmen. Erst wenn diese Aufgabe feststeht, lässt sich beurteilen, ob seine Strategie, seine Risiken und seine Kosten zum Portfolio passen.

Warum ist der Portfolio-Fit entscheidend?

Ein Fonds kann eine bestimmte Asset-Klasse oder Subassetklasse abdecken, Konzentrationen reduzieren oder das Rendite-Risiko-Profil ergänzen. Bei einem aktiven Fonds kann außerdem die Erwartung bestehen, dass eigenständige Anlageentscheidungen einen zusätzlichen Ertragsbeitrag oder ein vorteilhaftes Risikoprofil ermöglichen.

Dabei geht es nicht um den abstrakt “besten Fonds”. Ein Fonds kann für sich betrachtet überzeugen und dennoch ungeeignet sein, wenn er vorhandene Risiken verstärkt oder eine bereits abgedeckte Funktion übernimmt.

Mehrere Fonds mit unterschiedlichen Namen bedeuten deshalb nicht automatisch mehr Diversifikation. Sie können dieselben großen Unternehmen halten, ähnlich auf Value oder Growth ausgerichtet sein oder vergleichbare Währungs-, Liquiditäts- und Konzentrationsrisiken enthalten.

Die zentrale Frage lautet: Welchen Beitrag leistet der Fonds, den andere Portfoliobausteine noch nicht oder nicht in derselben Form leisten?

Welche Daten werden zuerst geprüft?

Ein wichtiger erster Schritt ist der Vergleich mit einer passenden Benchmark. Ein Aktienfonds sollte mit einem geeigneten Aktienindex verglichen werden, ein Anleihefonds mit einem passenden Anleiheindex. Der Vergleichsindex muss zum Anlageuniversum und zur Strategie des Fonds passen.

Neben der Entwicklung relativ zur Benchmark zählt die absolute Betrachtung. Dazu gehören die Wertentwicklung, die Schwankungen, mögliche Verluste und das Verhalten in unterschiedlichen Marktphasen. Eine ungeeignete Benchmark kann die Fondsbewertung verzerren.

Auch Informationen zum Fondsmanagement-Team und zum Investmentprozess müssen früh verfügbar sein. Fehlen belastbare Angaben zu den verantwortlichen Personen, ihrer Erfahrung oder zur bisherigen Umsetzung der Strategie, ist eine fundierte Beurteilung kaum möglich.

Ein kurzer Track Record kann ebenfalls ein Ausschlusskriterium sein. Entscheidend ist, ob das Team dieselbe Strategie bereits früher in einem anderen Fonds, Mandat oder mit derselben quantitativen Methodik umgesetzt hat.

Drei bis fünf Jahre Historie können eine hilfreiche Orientierung bieten, sind aber keine feste Mindestanforderung. Aussagekräftiger ist, welche Marktbedingungen der Zeitraum enthält. Eine Historie mit Aufwärts-, Abwärts- und Stressphasen kann mehr Erkenntnisse liefern als ein längerer Zeitraum in einem weitgehend gleichförmigen Marktumfeld.
 

Wie lassen sich Performance, Benchmark und Risiko fair beurteilen?

Performance lässt sich nur zusammen mit Benchmark, Risiko und Investmentstil sinnvoll bewerten. Entscheidend ist nicht allein, wie hoch die Rendite war, sondern wodurch sie entstanden ist und welche Risiken dafür eingegangen wurden.

Warum reichen Rankings und Vergleichsgruppen nicht aus?

Ein Fondsranking zeigt, wie ein Fonds innerhalb eines bestimmten Zeitraums und nach einer bestimmten Methodik abgeschnitten hat. Ob der Fonds zum Portfolio passt oder ob seine Ergebnisse wiederholbar erscheinen, beantwortet es nicht.

Auch eine Peergroup ist nur hilfreich, wenn die enthaltenen Fonds tatsächlich vergleichbar sind. Fonds derselben Kategorie können sich beim Anlageuniversum, beim Investmentstil, bei der Konzentration und beim Risikobudget deutlich unterscheiden.

Wer Fonds vergleichen will, sollte daher auf eine vergleichbare Strategie, eine geeignete Benchmark und ein ähnliches Risikoprofil achten.

Ratings und Rankings können Ausgangspunkte für eine vertiefte Analyse sein. Aussagekräftiger sind Beurteilungen, die Rendite und Risiko gemeinsam betrachten und nicht nur eine kurze Marktphase abbilden. Sie ersetzen aber weder eine passende Benchmark noch die Prüfung von Team, Prozess und Portfolio-Fit.

Woher stammt die Fonds-Performance?

Bei der Analyse der Renditequellen, häufig Performance-Attribution genannt, wird untersucht, welche Faktoren zur Wertentwicklung beigetragen haben. Dazu können die allgemeine Marktentwicklung, ein bestimmter Investmentstil, einzelne große Positionen, Timing oder aktive Entscheidungen des Fondsmanagements gehören.

Markt-Beta bezeichnet den Renditeanteil, der durch die allgemeine Marktentwicklung erklärt werden kann. Ein Style Bias ist eine dauerhafte Ausrichtung etwa auf Value, Growth, Large Caps, Mid Caps oder Small Caps. War genau dieser Stil begünstigt, kann ein Teil der Outperformance auf Faktor-Rückenwind beruhen.

Alpha bezeichnet den Renditeanteil, der nach Berücksichtigung des gewählten Vergleichs- und Risikomodells nicht durch die allgemeine Marktbewegung oder die darin erfassten systematischen Faktoren erklärt wird. Ein rechnerisch positives Alpha beweist noch keine dauerhaft wiederholbare Leistung. Entscheidend ist, ob sich die Wertentwicklung plausibel aus dem Investmentprozess ableiten lässt.

Ein guter Fonds muss nicht in jeder Marktphase an der Spitze liegen. Wichtig ist die Konsistenz zwischen Investmentthese, Portfolio und tatsächlich beobachteter Wertentwicklung.

Welche Fondskennzahlen sind wichtig?

Keine einzelne Kennzahl kann die Qualität eines Fonds vollständig abbilden. Rendite- und Risikokennzahlen müssen gemeinsam betrachtet werden.

  • Die Volatilität beschreibt das Ausmaß der Wertschwankungen. 
  • Die Sharpe Ratio setzt die Überschussrendite gegenüber einer risikofreien Vergleichsgröße ins Verhältnis zur gesamten Volatilität. 
  • Die Sortino Ratio berücksichtigt im Risikomaß vor allem unerwünschte Abweichungen unterhalb einer festgelegten Zielrendite.
  • Der Maximum Drawdown bezeichnet den größten zwischenzeitlichen Verlust vom vorherigen Höchststand bis zum folgenden Tiefpunkt. Ergänzend können die Dauer der Verlustphase und die Erholungszeit betrachtet werden.
  • Der Tracking Error misst die Schwankungsbreite der Renditedifferenz zwischen einem Fonds und seiner Benchmark. 

Kennzahlen sind Analyseinstrumente, keine automatischen Qualitätsurteile. Entscheidend ist, warum ein Fonds bestimmte Werte aufweist und ob sie zu seiner Aufgabe im Portfolio passen.

Warum sind Stressphasen aufschlussreich?

In langen Aufwärtsphasen können Risiken unauffällig bleiben. Erst unter schwierigeren Marktbedingungen wird sichtbar, ob ein Fonds so reagiert, wie es aufgrund seines Investmentstils und seiner beschriebenen Risiken zu erwarten war.

Eine schwächere Wertentwicklung kann mit der Investmentthese vereinbar sein. Eine unerwartet starke Abweichung kann dagegen Anlass für eine vertiefte Prüfung sein.

Stressphasen machen nicht sämtliche Risiken im Voraus sichtbar. Sie liefern aber Hinweise darauf, ob Investmentthese, Portfoliostruktur und Fonds-Performance zusammenpassen.

Wann eignen sich ETFs und wann aktive Fonds?

ETF oder aktiver Fonds ist keine Grundsatzentscheidung. Beide können je nach Aufgabe, Marktsegment, Anlagehorizont und Portfoliostruktur sinnvoll sein.

Wann kann ein aktiver Fonds passen?

Ein aktiver Fonds kann geeignet sein, wenn das Fondsmanagement in einem Marktsegment eigenständige Anlageentscheidungen treffen und seine Expertise nachvollziehbar einsetzen kann. Erkennbar sein sollte, welche Chancen genutzt, welche Risiken bewusst vermieden und welche Abweichungen von der Benchmark eingegangen werden.

Der mögliche Mehrwert muss nicht ausschließlich in einer höheren Rendite liegen. Er kann auch in einem anderen Risikoprofil, einer gezielten Titelauswahl oder einer bewusst vom Index abweichenden Portfoliostruktur bestehen.

Kosten bleiben Teil der Gesamtbetrachtung. Entscheidend ist, ob Investmentprozess, Team und Positionierung nach Kosten einen plausiblen Beitrag zum Gesamtportfolio leisten können.

Wann kann ein ETF passen?

Ein ETF kann geeignet sein, wenn ein breiter und gut diversifizierter Index das gewünschte Marktsegment sinnvoll abbildet. Auch bei kürzeren Investitionshorizonten oder in liquiden Bereichen, in denen schnelle Handelbarkeit wichtig ist, können ETFs funktionale Vorteile bieten.

Entscheidend ist die Indexkonstruktion. Bei marktwertgewichteten Anleiheindizes kann ein Emittent umso stärker gewichtet sein, je mehr Anleihen von ihm ausstehen. Ein hohes Schuldenvolumen kann dadurch zu einem hohen Indexgewicht führen. Das macht Anleihe-ETFs nicht grundsätzlich ungeeignet, ist aber ein struktureller Prüfpunkt.

Auch bei Aktienindizes können hohe Gewichte weniger großer Unternehmen zu Konzentrationen führen. Ein nominell breit aufgestellter Index ist deshalb nicht automatisch in jeder Hinsicht ausgewogen diversifiziert.

Wie lässt sich tatsächliche Aktivität beurteilen?

Der Tracking Error kann zeigen, wie stark ein aktiver Fonds von seiner Benchmark abweicht. Bei aktiven Aktienfonds kann ein Tracking Error von etwa 3,5 % bis 4 % oder mehr als grobe Orientierung für eine stärkere Abweichung dienen.

Diese Größenordnung ist weder ein allgemeingültiger Schwellenwert noch eine Garantie für Outperformance. Tracking Error misst Aktivität, nicht Qualität.

Ein niedriger Tracking Error kann die Frage aufwerfen, ob die geringe Abweichung von der Benchmark zum Anspruch, zum Investmentprozess und zu den Kosten des Fonds passt. Für stark benchmarknahe aktive Fonds wird häufig der Begriff “Closet Indexing” verwendet. Eine solche Einordnung darf jedoch nie allein auf einer Kennzahl beruhen.

Auch die Replikationsmethode eines ETF ist zu prüfen. Ein physischer ETF hält Indexwerte vollständig oder teilweise im Portfolio. Ein synthetischer ETF bildet die Indexentwicklung über eine Swap-Konstruktion ab. Relevant sind unter anderem Kosten, Transparenz, Swap-Kosten, Kontrahentenrisiken und Nachvollziehbarkeit.

Was verraten Fondsmanagement-Team, Investmentprozess und Fondsvolumen?

Bei einem aktiven Fonds reichen historische Zahlen allein nicht aus. Ebenso wichtig ist, wer die Entscheidungen trifft, wie der Investmentprozess funktioniert und ob sich die Strategie mit dem vorhandenen Fondsvolumen weiterhin umsetzen lässt.

Wie wird das Fondsmanagement-Team beurteilt?

Wichtig sind klare Zuständigkeiten und eine nachvollziehbare Entscheidungsverantwortung. Es sollte erkennbar sein, wer über Positionen entscheidet, wie lange die entscheidenden Personen zusammenarbeiten und wie viele weitere Fonds oder Mandate von ihnen betreut werden.

Ebenso relevant sind Teamstabilität, Fluktuation, Nachfolge und Schlüsselpersonenrisiko. Ein fokussiertes Team mit wenigen klar benannten Entscheidungsträgern kann leichter einzuschätzen sein als eine unübersichtliche Struktur. Eine bestimmte Teamgröße ist jedoch kein Qualitätsbeweis.

Auch das Alignment of Interest spielt eine Rolle. Der Begriff beschreibt, wie eng die wirtschaftlichen Interessen des Fondsmanagements mit denen der Anlegerinnen und Anleger verbunden sind. Erfolgsabhängige Vergütung, Eigeninvestment und eine Beteiligung am langfristigen Ergebnis können Hinweise liefern.

Fokussierte Asset Management-Häuser können unter bestimmten Voraussetzungen ein hohes Alignment of Interest aufweisen. Daraus folgt keine generelle Überlegenheit gegenüber großen Fondsgesellschaften. Entscheidend sind Anreizstruktur, Governance, Ressourcen und mögliche Interessenkonflikte.

Wie lässt sich ein Investmentprozess überprüfen?

Ein Investmentprozess darf nicht nur überzeugend beschrieben werden. Er muss sich in den tatsächlich gehaltenen Positionen wiederfinden.

Das Fondsmanagement sollte erklären können, warum eine wesentliche Position enthalten ist, welche Investmentthese dahintersteht und wie ihre Gewichtung zustande kam. Auch frühere Entscheidungen sollten rückblickend nachvollziehbar sein.

Solche Plausibilitätsprüfungen zeigen, ob der Prozess tatsächlich gelebt wird. Über mehrere Gespräche hinweg entsteht ein Bild davon, ob Aussagen, Portfolio und historisches Verhalten konsistent sind.

Übertriebenes Selbstbewusstsein, eine starke Betonung kurzfristiger Erfolge und schwache Erklärungen für frühere Entscheidungen können Warnsignale sein. Ein gutes Gespräch mit dem Fondsmanagement prüft deshalb nicht die rhetorische Wirkung, sondern die Belastbarkeit des Investmentprozesses.

Wann wird das Fondsvolumen zum Problem?

Das Fondsvolumen muss relativ zur Strategie beurteilt werden. Ein sehr kleiner Fonds kann durch Fixkosten belastet sein. Ein sehr großer Fonds kann an Flexibilität verlieren.

Besonders relevant ist dies bei weniger liquiden Marktsegmenten, Small Caps oder konzentrierten Strategien. Hohe Mittelzuflüsse können die Portfoliostruktur verändern und die Umsetzung des ursprünglichen Konzeptes erschweren.

Veränderungen der Zahl gehaltener Titel, der Portfoliokonzentration oder der Top-Ten-Gewichtung können wichtige Beobachtungsmerkmale sein. Sie sind nicht automatisch negativ, können aber auf Veränderungen in der Strategieumsetzung hinweisen.

Ein Soft Close kann zeigen, dass eine Fondsgesellschaft Kapazitätsgrenzen ernst nimmt und neue Mittelzuflüsse begrenzt. Er ist jedoch kein automatischer Qualitätsbeweis. Entscheidend bleibt, ob der Investmentprozess mit dem aktuellen Fondsvolumen weiterhin wie beschrieben umgesetzt werden kann.

Warum endet professionelle Fondsauswahl nicht mit dem Kauf?

Mit der Investition endet die Fondsauswahl nicht. Eine laufende Überwachung prüft, ob die ursprüngliche Investmentthese weiterhin gilt.

Welche Veränderungen sollten beobachtet werden?

Vor dem Kauf sollte festgehalten werden, warum ein Fonds ausgewählt wurde. Dazu gehören seine Aufgabe im Portfolio, die erwarteten Rendite- und Risikoeigenschaften, die Beurteilung des Teams und die Annahmen über den Investmentprozess.

Beobachtet werden sollten Veränderungen beim Fondsmanagement-Team, im Investmentprozess, in der Portfoliostruktur, beim Fondsvolumen, in der Eigentümerstruktur sowie bei Governance und Transparenz.

Kurzfristig schwächere Wertentwicklung ist nicht automatisch ein Verkaufsgrund. Reagiert ein Fonds so, wie es aufgrund seines Investmentstils zu erwarten war, kann die Entwicklung mit der Investmentthese vereinbar sein. Umgekehrt ist eine starke Wertentwicklung kein ausreichender Grund, einen Fonds unverändert zu halten, wenn sich wesentliche Voraussetzungen verändert haben.

Wie zeigt sich echte Diversifikation?

Diversifikation bedeutet mehr als eine hohe Zahl verschiedener Fonds. Mehrere Fonds können gleichzeitig von denselben Faktoren, Währungen, Marktsegmenten oder Liquiditätsquellen abhängig sein. In ruhigen Marktphasen bleiben solche Überschneidungen oft unauffällig. Unter Stress können scheinbar unterschiedliche Strategien ähnlich reagieren.

Eine robuste Portfoliostruktur kombiniert deshalb unterschiedliche Investmentkonzepte, Fondsmanagement-Teams, Stile und Instrumente. Manager- oder strategiespezifische Risiken sollten das Gesamtportfolio nicht dominieren.

Auch globale Diversifikation beseitigt Verlustrisiken nicht. Sie kann regionale Konzentrationen reduzieren, schützt aber nicht vor allgemeinen Marktverlusten oder Konzentrationen innerhalb marktkapitalisierter Indizes.

Wann sollte ein Fonds verkauft werden?

Zur professionellen Fondsauswahl gehört eine klare Verkaufsdisziplin. Entscheidend ist nicht allein, ob ein Fonds zuletzt besser oder schlechter als seine Benchmark oder Peergroup abgeschnitten hat.

Mögliche Verkaufsauslöser sind signifikante Veränderungen im Fondsmanagement-Team, ein Wechsel der Eigentümerstruktur, mangelnde Transparenz, Interessenkonflikte oder Governance-Probleme. Auch starkes Fondsvolumenwachstum kann eine erneute Prüfung erforderlich machen, wenn dadurch die ursprüngliche Strategie nicht mehr wie vorgesehen umgesetzt werden kann. 

Neue oder außergewöhnlich gut gelaufene Strategien sollten nicht allein wegen ihrer jüngsten Wertentwicklung stark gewichtet werden. Eine hohe kurzfristige Rendite beweist weder die Wiederholbarkeit des Erfolges noch den Portfolio-Fit.

Die Entscheidung sollte sich deshalb stärker am Fortbestand der ursprünglichen Investmentthese orientieren als an einem kurzfristigen Ranking oder Rating.

Fazit: Gute Fondsauswahl ist mehr als ein Performancevergleich

Professionelle Fondsauswahl ist ein strukturierter Analyseprozess. Ausgangspunkt ist nicht die Frage, welcher Fonds zuletzt die höchste Rendite erzielt hat. Entscheidend ist, welche Funktion der Fonds im Gesamtportfolio erfüllen soll.

Darauf folgen eine geeignete Benchmark, die Analyse von Performance und Risiko, die Prüfung des Track Records sowie die Beurteilung von Fondsmanagement-Team, Investmentprozess, Anreizstruktur und Fondsvolumen. Bei ETFs stehen zusätzlich Indexkonstruktion und Replikationsmethode im Mittelpunkt.

Ratings, Rankings und historische Performance können wertvolle Hinweise liefern. Sie ersetzen aber keine fundierte Fondsanalyse.

Wer Fonds richtig auswählen und dauerhaft bewerten will, verbindet quantitative Kennzahlen mit qualitativer Prüfung und laufender Überwachung. Gute Fondsauswahl prüft den Portfolio-Fit vor dem Kauf und kontrolliert anschließend regelmäßig, ob Team, Investmentprozess und ursprüngliche Investmentthese weiterhin überzeugen.

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