
Mischfonds vs. Multi Asset-Fonds
Unterschiede, Chancen und Risiken
Mischfonds gehören seit Jahren zu den beliebtesten Fondsarten in Deutschland. Kein Wunder, bieten sie doch eine einfache Diversifikation (breite Streuung) in einem einzigen Produkt. Doch Mischfonds ist nicht gleich Mischfonds. In der Praxis wird zwischen klassischen Mischfonds und sogenannten Multi Asset-Fonds unterschieden. Letztere versprechen stabilere Renditen durch noch flexiblere Allokation (Vermögensaufteilung) und breitere Anlageuniversen. Was bedeuten diese Begriffe genau, wo liegen die Unterschiede und welche Strategie bietet Anlegern langfristig die besseren Chancen?
Mischfonds und Multi Asset-Fonds: Definition und Abgrenzung
Mischfonds sind Investmentfonds, die parallel in mehrere Anlageklassen investieren, typischerweise Aktien (Unternehmensanteile) und Anleihen (Rentenpapiere). Die Idee dahinter: Durch die Kombination verschiedener Wertpapiere sollen Risiken reduziert werden. Tatsächlich werden Mischfonds deshalb häufig auch Multi Asset-Fonds genannt. Allerdings hat sich im Sprachgebrauch eine gewisse Differenzierung etabliert: Klassische Mischfonds konzentrieren sich meist auf die traditionelle Mischung aus Aktien und Anleihen, während moderne Multi Asset-Fonds oft darüber hinausgehen. Multi Asset-Fonds können neben Aktien und Anleihen etwa auch Gold, Rohstoffe, Immobilien, Währungen oder andere Anlageklassen einbeziehen. Sie nutzen damit ein breiteres Spektrum an Asset-Klassen und gelten als Weiterentwicklung des klassischen Mischfonds-Konzepts.
Wichtig zu verstehen: Beide Fondstypen sind in der Regel Publikumsfonds in Form von sogenanntem Sondervermögen (gesetzlich geschütztes Kundenvermögen). Für Anleger bedeutet das, dass sie Anteile in der Regel täglich kaufen oder verkaufen können und ihr Geld selbst bei Insolvenz der Fondsgesellschaft geschützt ist. Mischfonds und Multi Asset-Fonds funktionieren operativ wie andere Investmentfonds: Viele Anleger legen ihr Geld in einen gemeinsamen Topf, der vom Fonds-Management verwaltet und entsprechend der Strategie investiert wird.
Trotz ähnlicher Grundidee mit breiter Mischung zur Risikostreuung gibt es deutliche Unterschiede in Ansatz und Anlagestrategie. Insbesondere der Grad an Flexibilität und die Zusammensetzung des Portfolios unterscheiden sich oft erheblich zwischen traditionellen Mischfonds und modernen Multi Asset-Strategien. Nachfolgend betrachten wir diese Unterschiede im Detail.
Anlagestrategie: Feste Quoten vs. Flexible Allokation
Ein wesentlicher Unterscheidungspunkt ist die Allokationsstrategie des Fonds. Klassische Mischfonds operieren häufig mit relativ festen Quoten für Aktien und Anleihen. Sie werden daher oft nach ihrer Aktienquote kategorisiert, zum Beispiel als konservativ, ausgewogen oder dynamisch, je nachdem wie hoch der Aktienanteil durchschnittlich sein darf. Ein konservativer Mischfonds hält typischerweise rund 25 bis 30 Prozent Aktien (der Rest in Anleihen), ein ausgewogener etwa 50 Prozent, und dynamische Varianten rund 70 bis 75 Prozent Aktien. Bei festen Mischfonds sind diese Anteile starr vorgegeben; das Fonds-Management hält sich an eine definierte Aufteilung und weicht davon kaum ab. Entsprechend ist ein fester Mischfonds entweder von vornherein konservativ, ausgewogen oder dynamisch aufgestellt und bleibt in diesem Rahmen.
Demgegenüber stehen flexible Multi Asset-Fonds. Flexible Multi Asset-Fonds haben keine starren Quoten, sondern passen die Gewichte der Anlageklassen dynamisch an die Marktbedingungen an. Läuft der Aktienmarkt gut, kann der Fonds-Manager den Aktienanteil erhöhen; ziehen Gewitterwolken am Markt auf, darf der Aktienanteil gesenkt und in sicherere Häfen umgeschichtet werden. Einige Multi Asset-Fonds können zeitweise sogar 0 Prozent in einer Anlageklasse halten, wenn es die Strategie zulässt, eine Flexibilität, die klassische Mischfonds entweder selten haben oder nicht nutzen. Diese aktive Steuerung ermöglicht es, Chancen zu nutzen und Risiken zu reduzieren, erfordert aber auch großes Geschick des Managements.
Neben der Aktien-Anleihen-Verteilung differenziert sich der Multi Asset-Ansatz vor allem durch die Bandbreite der eingesetzten Bausteine. Klassische Mischfonds stützen sich meist primär auf die zwei Standard-Anlageklassen Aktien und Anleihen. Multi Asset-Fonds hingegen nutzen ein erweitertes Anlageuniversum, um zusätzliche Renditequellen und Diversifikation zu erschließen. Typische Bestandteile moderner Multi Asset-Portfolios sind zum Beispiel:
Rohstoffe (z. B. Edelmetalle wie Gold oder Industriemetalle, die in bestimmten Marktphasen stark an Wert gewinnen können),
Immobilieninvestments (direkt oder via REITs/Immobilienfonds, zur Beimischung von Sachwerten),
Kapitalmarktnischen (z. B. High Yield Anleihen in wenig beachteten Regionen der Welt oder wenig populäre Aktienmärkte wie Japan oder die Emerging Markets)
Alternative Strategien (etwa Absolute Return-Fonds oder Hedge-Fonds-ähnliche Konzepte, die unabhängige Ertragsquellen bieten),
Volatilitätsbausteine (Strategien, die von hoher Marktvolatilität profitieren, z. B. Long-Volatility-Ansätze, um in Krisen Stabilität zu geben),
Währungen und Derivate zur Absicherung (z. B. Optionsstrategien zur Begrenzung von Verlusten).
Durch diese breite Streuung über viele Anlageklassen können Multi Asset-Fonds Risiken auf mehr Schultern verteilen, anstatt wie klassische Mischfonds allein auf die Wechselwirkung von Aktien und Anleihen zu setzen. Ein traditioneller Mischfonds verlässt sich häufig darauf, dass Aktien und Anleihen sich möglichst gegengesetzt entwickeln (im Fachjargon: Negative Korrelation, d. h. fallen Aktien, steigen idealerweise Anleihekurse). Dieses Prinzip funktionierte in der Vergangenheit oft, ist aber keine Garantie für die Zukunft. Multi Asset-Manager hingegen sind freier, aktiv auf Marktveränderungen zu reagieren. Sie sind meist benchmark-unabhängig, das heißt nicht an einen starren Vergleichsindex gebunden. Dadurch können sie zum Beispiel auch Kassebestand (Liquidität) aufbauen, wenn sie keine attraktiven Chancen sehen, oder bestimmte Marktsegmente bewusst meiden. Bei einem passiven Anleihe-Indexfonds (ETF) etwa sind die Emittenten mit der größten Schuldenlast am höchsten gewichtet, ein struktureller Nachteil, den ein aktiver Multi Asset-Fonds vermeiden kann.
Natürlich bringt ein größerer Handlungsspielraum auch mehr Komplexität. Multi Asset-Fonds sind für Anleger oft weniger leicht einzuschätzen, weil sie viele Rädchen gleichzeitig drehen können. Dafür eröffnen sie die Chance, Risiken aktiver zu steuern als ein statischer 60/40-Mischfonds (60 Prozent Aktien/40 Prozent Anleihen).
Risiko- und Renditevergleich: Worauf kommt es an?
Risiko und Performance von Mischfonds und Multi Asset-Fonds hängen stark von der jeweiligen Ausrichtung und dem Können des Managements ab. Ein pauschaler Vergleich "Welche Fondskategorie ist besser?" greift zu kurz, stattdessen sollte man fondsindividuell und vor allem risikoadäquat vergleichen. Entscheidend ist zunächst, vergleichbare Risikoprofile gegenüberzustellen. Sowohl Mischfonds als auch Multi Asset-Fonds gibt es in verschiedenen Risikoausprägungen (konservativ, ausgewogen, dynamisch). Ein konservativer Fonds mit 25 bis 30 Prozent Aktien wird naturgemäß eine ganz andere Wertentwicklung haben als ein dynamischer Fonds mit 70 bis 75 Prozent Aktien. Äpfel mit Birnen zu vergleichen führt in die Irre. Deshalb sollten Anleger zuerst prüfen: Welche maximale Aktienquote und welches Risiko hat der Fonds? Erst dann ergibt ein Performance-Vergleich Sinn.
Wichtige Risikokennzahlen helfen dabei, Fonds objektiv einzuordnen und fair zu vergleichen:
Volatilität: Die Volatilität misst die Schwankungsbreite der Renditen. Ein Fonds mit höherer Volatilität zeigt im Zeitverlauf stärkere Wertschwankungen und gilt daher als riskanter. Diese Kennzahl gibt einen Eindruck, wie stabil oder volatil ein Fonds typischerweise verläuft.
Maximaler Drawdown: Diese Kennzahl beziffert den größten zwischenzeitlichen Verlust eines Fonds innerhalb eines bestimmten Zeitraums (z. B. Kalenderjahr oder über mehrere Jahre). Der Maximalverlust zeigt, wie stark ein Fonds in einer heftigen Krise einbrechen konnte. Für sicherheitsbewusste Anleger ist ein geringer maximaler Drawdown wichtig, da er ein Hinweis darauf ist, welche Verlusttiefe im schlimmsten Fall droht.
Sharpe-Ratio/risikoadjustierte Rendite: Sie setzt erzielte Rendite ins Verhältnis zum eingegangenen Risiko. Gerade beim Vergleich von flexiblen Multi Asset-Fonds mit klassischen Mischfonds lohnt der Blick darauf, wie effizient das Risiko belohnt wurde.
Anhand solcher Kennzahlen lässt sich das Profil eines Fonds besser greifen. Beispielsweise weisen konservative Mischfonds oft eine geringerer Volatilität als der weltweite Aktienmarkt auf, das heißt sie schwanken viel weniger stark. Ein Vergleich mit einem hochaggressiven dynamischen Fonds wäre hier unsinnig; stattdessen würde man eine konservative Strategie eher gegen andere defensivere Lösungen messen (z. B. Geldmarktfonds oder sehr vorsichtige Multi Asset-Fonds). Anleger sollten also immer zuerst ihr eigenes Risikoprofil festlegen und passende Fonds in derselben Risikokategorie gegenüberstellen.
Wie schneiden nun Multi Asset-Strategien gegenüber klassischen Mischfonds in der Praxis ab? Ihr großer Pluspunkt ist die besseren Managementmöglichkeiten, insbesondere in Stressphasen. Dank breiter Streuung und aktiver Steuerung konnten gute Multi Asset-Fonds historische Krisen mit geringeren Verlusten durchstehen als ein starrer 60/40-Mischfonds. Ein Blick auf extreme Marktphasen illustriert das: Im Jahr 2022 zum Beispiel gerieten erstmals seit langer Zeit Aktien und Anleihen gleichzeitig unter Druck, steigende Zinsen und Inflation ließen beide Anlageklassen im Gleichlauf fallen. Die altbewährte negative Korrelation zwischen Aktien und Renten kehrte sich in eine positive Korrelation um, mit der Folge, dass traditionelle ausgewogene Mischportfolios in diesem Jahr doppelte Verluste verzeichneten, sowohl durch Aktien als auch bei Renten. Gute Multi Asset-Fonds konnten in derselben Phase die Verluste deutlich begrenzen, z. B. durch die Freiheit, geringer oder gar nicht in Rentenpapieren investiert zu sein. Dieses Beispiel zeigt: Durch aktive Positionierung und Diversifikation über z. B. Rohstoffe oder Volatilitätsstrategien konnten Multi Asset-Manager den Drawdown begrenzen, ein klarer Vorteil gegenüber einem traditionellen Mischfonds, der fast ausschließlich auf Aktien und Anleihen angewiesen ist.
Und langfristig wird diese Risikoreduktion häufig unterschätzt, grade von Anlegern die die großen Krisen 2000 oder 2008 nicht "live" erlebt haben. Hier gilt die Krisenmathematik: Wer 50 Prozent verliert, muss wieder 100 Prozent Gewinnen machen, um auf 0 zu kommen. Wer allerdings nur 10 Prozent verliert, der ist schon bei +11 Prozent wieder beim Einstand. Diese Risikodämpfung schafft Spielräume, denn +11 Prozent sind schnell erzielt, für +100 Prozent muss man deutlich mehr Geduld mitbringen.
Allerdings darf man die Chancenkomponente nicht unterschätzen. Multi Asset-Fonds spielen ihre Stärke nicht nur in der Risikodämpfung aus. Für Hausse- oder Erholungsphasen (steigende Märkte) können sie die Seiten wechseln und defensiven Assets gegen chancenreichere Positionen eintauschen.
Ob das gelingt, hängt maßgeblich von der Qualität des Fonds-Managements ab. Entscheidend ist die richtige Schwerpunktsetzung: Im Idealfall gewichtet der Manager immer jene Anlageklassen am höchsten, die gerade die aus Rendite-/Risikogesichtspunkten besten Aussichten haben. In der Realität ist dies eine anspruchsvolle Aufgabe, und nicht jeder Multi Asset-Fonds erzielt automatisch höhere Erträge als ein einfacher Mischfonds. Es gibt große Unterschiede zwischen einzelnen Produkten, darum sollte man, wie erwähnt, genau auf Risikokennzahlen, Historie und Anlageschwerpunkte des jeweiligen Fonds achten. Es geht häufig auch um die Fragen, ob und wie gut die Freiheiten genutzt werden. Auch hier bietet die o. g. Sharpe Ratio einen guten Anhaltspunkt.
Zusammengefasst bieten Multi Asset-Fonds im Vergleich zu klassischen Mischfonds mehr Werkzeuge, um auf verschiedene Marktbedingungen zu reagieren. Diese ganzheitliche Herangehensweise aus fundierter makroökonomischer Analyse und flexibler Allokation über mehrere Asset-Klassen ermöglicht langfristig ein attraktives Rendite-Risiko-Profil, das herkömmlichen 60/40-Strategien in vielen Marktphasen überlegen sein kann. Aber mit der größeren Freiheit kommt auch Verantwortung: Ein Multi Asset-Manager muss sein Handwerk verstehen, sonst nützt die beste Strategie wenig. Für den Anleger bedeutet das, bei der Fondsauswahl genau hinzuschauen und nicht blind jedem Modewort zu vertrauen.
Kosten im Blick: Nettorendite zählt
Neben Strategie und Performance spielt ein weiterer Faktor eine große Rolle beim Vergleich von Mischfonds gegenüber Multi Asset-Fonds, die Kosten. Aktives Fondsmanagement hat seinen Preis und Multi Asset-Fonds, die aufwendig verschiedene Märkte beobachten und umschichten, sind oft teurere Fonds. Anleger sollten deshalb stets auf die Gesamtkostenquote (TER) und eventuelle Ausgabeaufschläge achten.
Doch Vorsicht: Nur auf die Kosten zu achten, greift zu kurz. Nettoperformance ist das Stichwort. Ein teurer Fonds muss durch aktive Leistung überzeugen, sonst ist er sein Geld nicht wert. Gleichzeitig zeigen Vergleiche, dass in Bereichen wie Multi Asset oder Anleihefonds nicht die billigsten Fonds die besten Ergebnisse liefern. Allzu aggressive Kostenoptimierung kann eher kontraproduktiv sein: Manche extrem günstige Fonds beschränken sich aus Kostengründen auf Standard-Investments und verzichten auf "teure" Nischenthemen oder Absicherungsstrategien. Die Folge ist oft ein "Benchmark-Hugging", das bedeutet, der Fonds verhält sich fast wie ein Index, da das Management keine aktiven Risiken eingeht. Chancen, die außerhalb der Benchmark liegen, bleiben ungenutzt, was zu Minderrenditen führen kann. Mit anderen Worten: Wer nur den günstigen Produkten hinterherjagt, bekommt am Ende womöglich ein durchschnittliches Portfolio, das zwar geringe Gebühren hat, aber auch wenig Mehrwert bietet.
Für Anleger gilt daher der Grundsatz: Kosten bewusst berücksichtigen, aber im Kontext bewerten. Jeder Euro an Gebühren muss sich durch Mehrertrag oder Risikoreduktion auszahlen. Idealerweise vergleicht man Fonds nicht nur nach Kosten, sondern schaut auf die Netto-Wertentwicklung über mehrere Jahre. So sieht man, ob ein Fonds seine Gebühren wert ist. Auch der langfristige Zinseszinseffekt der Kosten sollte bedacht werden: Eine jährliche Mehrgebühr von zum Beispiel 0,5 Prozent kann über Jahrzehnte erheblich am Endvermögen nagen. Der Verzicht auf 2 Prozent höhere Nettoperformance p. a. kostet allerdings deutlich mehr.
Es gilt: Qualität hat ihren Preis. Ein guter Multi Asset-Fonds rechtfertigt höhere Kosten, wenn er dadurch Krisen besser managt und über den Zyklus eine stabilere Performance nach Kosten liefert als ein statischer Billigfonds. Die günstigste Alternative, ein reiner passiver Mischindex oder Multi Asset-ETF, bietet im Gegenzug meist kein aktives Risiko-Management. Hier muss der Anleger Kursrückschläge voll aushalten und bekommt keine Anpassung an neue Marktregime. Gerade in unruhigen Zeiten kann sich daher ein kompetent gemanagter, wenn auch etwas teurerer Fonds auszahlen.
Kurzum: Kosten sind wichtig, aber nicht alles. Achten Sie als Anleger darauf, wofür Sie Gebühren zahlen. Ein aktiver Multi Asset-Ansatz, der durch clevere Allokation Verluste halbiert, kann trotz höherer Kosten mehr Wert schaffen als ein günstiger "Einheits-Mischfonds", der in der Krise mit abstürzt. Letztlich zählt, was unter dem Strich für Sie herauskommt, und das ist die risikoadjustierte Nettorendite.
Für wen eignen sich Mischfonds und Multi Asset-Fonds?
Bei all den Unterschieden stellt sich die Frage, welche Fondsart zu welchem Anlegertyp passt. Die gute Nachricht: Sowohl Mischfonds als auch Multi Asset-Fonds richten sich an ein breites Spektrum von Investoren, vom Einsteiger bis zum Profi. Doch es gibt Unterschiede in den Schwerpunkten und Erwartungen.
Klassische Mischfonds (mit Schwerpunkt auf Aktien und Anleihen, oft mit festen Quoten) eignen sich vor allem für Anleger, die eine einfache, transparente Lösung suchen. Wer an die bewährte Aktien-Renten-Kombination glaubt und mit moderaten Schwankungen leben kann, findet in ausgewogenen Mischfonds eine komfortable All-in-One-Lösung. Insbesondere langfristig orientierte Investoren, die keinen eigenen Rebalancing-Aufwand wollen, schätzen Mischfonds als "Rundum-sorglos-Paket". Auch in einem Buy-and-Hold-Konzept, also Kaufen und Liegenlassen, können Mischfonds einen Baustein darstellen, da sie automatisch eine gewisse Umschichtung zwischen Aktien und Anleihen mitbringen und nicht ganz so volatil sind wie reine Aktienfonds. Zentral für Investoren ist ein klare Risikosicht: Die Risikodämpfung hängt von die Korrelationen zwischen Aktien und Anleihen ab. Laufen beide Anlagen in die gleiche Richtung, fehlt hier die Risikodämpfung.
Multi Asset-Fonds sprechen hingegen Anleger an, die aktiv Chancen nutzen und Risiken noch gezielter steuern möchten, ohne selbst ständig umschichten zu müssen. Aktiv orientierte Anleger, die kurzfristige Marktchancen suchen und Wert auf flexible Anpassungen legen, sind bei einem erfahrenem Multi Asset-Manager gut aufgehoben. Hier übernimmt ein Profi die Allokationsentscheidungen und Selektion von Investmentthemen, die man selbst vielleicht nicht laufend treffen kann oder will. Gleichzeitig sind Multi Asset-Fonds aber auch für sicherheitsbewusste Anleger interessant, etwa für solche, die bereits größere Vermögen aufgebaut haben oder sich der Entsparphase (Ruhestand) nähern. Warum? Multi Asset-Strategien im konservativen oder ausgewogenen Bereich können einen Spagat zwischen Werterhalt und Wachstum schaffen, der für einen ruhigen Vermögensaufbau wichtig ist. Durch die Beimischung von stabilisierenden Elementen (z. B. Gold, Anleihen, liquiditätsnahen Anlagen) streben sie an, Verluste zu begrenzen und die Kaufkraft des Kapitals zumindest zu erhalten, idealerweise zu steigern. In Zeiten erhöhter Inflation, wenn also Kaufkrafterhalt ein zentrales Ziel ist, spielen Multi Asset-Fonds ihre Vorteile aus, da sie neben Aktien auch inflationsindexierte Anleihen, Rohstoffe oder andere Inflationsschutz-Komponenten einbinden können.
Allerdings erfordern Multi Asset-Fonds vom Anleger auch Vertrauen in das jeweilige Fonds-Management bzw. die Fondsgesellschaft. Die Strategie ist oft komplexer und weniger vergleichbar, daher sollte man sich mit dem Ansatz vertraut machen. Für institutionelle Investoren und fortgeschrittene Privatanleger sind Multi Asset-Konzepte besonders attraktiv, weil sie eine professionelle Umsetzung von Diversifikation und Risikomanagement ermöglichen, die man als Einzelanleger so nicht selbst nachbilden kann. Weniger aktive Anleger, die vor allem einfach und günstig investieren möchten, setzen hingegen vielleicht lieber auf eine grobe Aufteilung mit ETFs oder klassischen Mischfonds. Hier kommt es auf die persönlichen Anlageziele an: Steht Maximierung der Rendite im Vordergrund? Oder die Glättung von Schwankungen? Möchte man sich aktiv mit dem Investment beschäftigen oder lieber nicht?
Generell lässt sich sagen: Beide Fondstypen zielen darauf ab, langfristiges Wachstum bei reduzierten Schwankungen zu bieten, also ein ausgewogenes Rendite-Risiko-Verhältnis. Multi Asset-Fonds tun dies mit einer stärker aktiven Komponente und mehr Instrumenten, Mischfonds eher mit einfachen, bewährten Mitteln. Langfristige Anleger finden in beiden Varianten geeignete Produkte, sollten aber die Details studieren. Kurzfristig orientierte Anleger, die zum Beispiel taktisch von bestimmten Marktphasen profitieren wollen, sind mit den flexiblen Multi Asset-Ansätzen besser bedient, da dort schneller reagiert wird. Letztlich kommt es auf Ihre Risikoneigung und Überzeugungen an: Trauen Sie einem aktiven Manager zu, die richtigen Entscheidungen zu treffen? Ist Ihnen maximale Kosteneffizienz oder maximale Flexibilität wichtiger? Diese Fragen helfen bei der Wahl zwischen einem klassischen Mischfonds und einem Multi Asset-Fonds.
Fazit: Warum Multi Asset-Fonds in einem komplexen Marktumfeld häufig im Vorteil sind
Beide Fondsarten haben ihre Daseinsberechtigung, aber in einer immer komplexeren Finanzwelt zeigt sich, dass Multi Asset-Fonds viele Vorteile gegenüber herkömmlichen Mischfonds bieten. Durch ihre flexible Allokation über zahlreiche Anlageklassen können sie dynamischer auf Marktveränderungen reagieren und so Risiken aktiver managen. Gerade in Stressphasen, wenn also Aktien und Anleihen gleichzeitig verlieren, spielen Multi Asset-Strategien ihren Trumpf aus: Breite Diversifikation und die Möglichkeit, alternative Ertragsquellen anzuzapfen. Ein gut gemanagter Multi Asset-Fonds kann Verluste begrenzen und Chancen wahrnehmen, die ein starrer Mischfonds liegen lassen muss.
Das heißt allerdings nicht, dass automatisch jeder Multi Asset-Fonds besser ist. Für Anleger kommt es darauf an, einen Fonds zu finden, der zum persönlichen Risikoprofil passt und dessen Management überzeugt. Klassische Mischfonds sind nach wie vor sinnvolle Bausteine, wenn man eine simple Lösung mit etabliertem 60/40-Konzept sucht und keine allzu großen Ausschläge erwartet. Multi Asset-Fonds hingegen sind die moderne Weiterentwicklung dieses Konzepts und in vielen Fällen die schlagkräftigere Antwort auf die Frage nach der optimalen Mischung. Angesichts der Lektionen von 2022 (und anderen Phasen, in denen alte Korrelationen nicht mehr galten) lässt sich die Leitfrage klar beantworten: Multi Asset-Fonds bieten im Vorteilspaket aus Renditechancen und Risikostreuung meist die besseren Perspektiven. Sie sind kein Allheilmittel und erfordern kompetentes Management, doch für einen Anleger, der Wert auf Stabilität und Anpassungsfähigkeit legt, stellen Multi Asset-Strategien in der Regel die überlegene Wahl dar. Kurz gesagt: Der große Unterschied zwischen Mischfonds und Multi Asset-Fonds liegt in der Flexibilität und Breite, und genau darin liegt auch der entscheidende Vorteil.
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