Unternehmensanleihe vs. Staatsanleihe:

Wo liegen die wichtigsten Unterschiede?

Auf den ersten Blick wirken Unternehmensanleihen und Staatsanleihen sehr ähnlich. In beiden Fällen stellen Anlegerinnen und Anleger einem Schuldner Kapital zur Verfügung, erhalten dafür in der Regel laufende Couponzahlungen und erwarten am Laufzeitende die Rückzahlung des Nominalbetrags.

Der entscheidende Unterschied liegt deshalb nicht im Grundmechanismus der Anleihe. Entscheidend ist vielmehr, wem das Geld geliehen wird, wie hoch das Ausfallrisiko dieses Schuldners eingeschätzt wird und welche Kompensation Anlegerinnen und Anleger dafür verlangen.

Eine Unternehmensanleihe bietet häufig eine höhere Rendite als eine hinsichtlich Laufzeit und Währung vergleichbare Staatsanleihe. Dieser Renditeaufschlag ist jedoch keine kostenlose Mehrrendite. Er dient als Kompensation für ein zusätzliches oder anders eingeschätztes Kreditrisiko.

In diesem Artikel geht es um folgende Fragen:

Wie funktionieren Staatsanleihen und Unternehmensanleihen grundsätzlich?

Eine Staatsanleihe ist im Kern ein Kredit an einen Staat. International wird sie häufig auch als Government Bond bezeichnet. Anlegerinnen und Anleger leihen einem Staat Kapital und erhalten dafür im Regelfall laufende Zinszahlungen.

Das lässt sich an einem vereinfachten Beispiel zeigen. Eine Anlegerin investiert in eine deutsche Staatsanleihe mit zehn Jahren Laufzeit und einem Nominalbetrag von EUR 100. Der Nominalbetrag ist der Betrag, auf den sich die Anleihe bezieht und der am Laufzeitende zurückgezahlt werden soll.

Beträgt der jährliche Coupon dieser Anleihe drei Prozent und wird er einmal jährlich ausgezahlt, erhält die Anlegerin auf einen Nominalbetrag von EUR 100 jedes Jahr EUR 3. Über zehn Jahre wären das in diesem vereinfachten Beispiel insgesamt EUR 30 an Couponzahlungen. Am Laufzeitende sollen zusätzlich die EUR 100 Nominalbetrag zurückgezahlt werden, sofern der Staat bis dahin nicht ausfällt.

Eine Unternehmensanleihe funktioniert im Grundprinzip sehr ähnlich. Sie ist ebenfalls ein Kredit, allerdings nicht an einen Staat, sondern an ein Unternehmen. International wird sie häufig als Corporate Bond bezeichnet.

Auch hier kann der Nominalbetrag im Beispiel EUR 100 betragen und die Anleihe eine Laufzeit von zehn Jahren haben. Der Unterschied liegt darin, dass der Coupon höher ausfallen kann. Statt drei Prozent könnten beispielsweise vier Prozent oder 4,5 Prozent pro Jahr gezahlt werden.

Bei einem Coupon von 4,5 Prozent, der einmal jährlich ausgezahlt wird, erhält die Anlegerin auf einen Nominalbetrag von EUR 100 jedes Jahr EUR 4,50. Über zehn Jahre wären das in diesem vereinfachten Beispiel insgesamt EUR 45 an Couponzahlungen. Verglichen mit EUR 30 bei der Staatsanleihe entstehen somit höhere laufende Couponerträge.

Diese Rechnung zeigt zunächst den sichtbaren Unterschied: Die Unternehmensanleihe zahlt im Beispiel einen höheren Coupon als die Staatsanleihe. Entscheidend ist jedoch die Bedingung dahinter. Auch bei der Unternehmensanleihe werden die EUR 100 am Laufzeitende nur dann vollständig zurückgezahlt, wenn das Unternehmen seine Verpflichtungen erfüllen kann.

Warum ist der Schuldner bei einer Anleihe so entscheidend?

Bei jeder Anleihe steht eine einfache Frage im Mittelpunkt: Wer schuldet das Geld?

Der Schuldner, auch Emittent genannt, ist die Partei, die das Kapital aufgenommen hat. Er muss die vereinbarten Couponzahlungen leisten und am Laufzeitende den Nominalbetrag zurückzahlen. Bei einer Staatsanleihe ist dieser Schuldner ein Staat. Bei einer Unternehmensanleihe ist es ein Unternehmen.

Dieser Unterschied ist wesentlich, weil der Markt Staaten und Unternehmen nicht automatisch gleich bewertet. Ein Unternehmen kann ein höheres Ausfallrisiko haben als ein sehr bonitätsstarker Staat. Aus Sicht der Anlegerinnen und Anleger bedeutet das: Der Nominalbetrag ist bis zur vollständigen Rückzahlung dem Risiko ausgesetzt, dass der Schuldner seinen Verpflichtungen nicht oder nicht vollständig nachkommen kann.

Deshalb reicht es nicht, ausschließlich auf die Höhe des Coupons zu schauen. Entscheidend ist, welchem Schuldner das Kapital tatsächlich überlassen wird. Bei einer Unternehmensanleihe lautet die zentrale Frage daher: Welchem Unternehmen wird Geld geliehen und wie wahrscheinlich ist es, dass dieses Unternehmen seine Zahlungsverpflichtungen erfüllt?

Gleichzeitig darf auch bei Staatsanleihen nicht zu pauschal gedacht werden. Nicht jeder Staat verfügt über dieselbe Bonität. Auch Staaten unterscheiden sich hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, ihrer Verschuldung und der Einschätzung ihrer Kreditqualität.

Daher zahlen nicht alle Staaten denselben Zins am Markt. Ein Staat mit sehr hoher Bonität wird anders bewertet als ein Staat, bei dem Anlegerinnen und Anleger ein höheres Ausfallrisiko sehen. Die Unterscheidung zwischen verschiedenen Schuldnern ist somit nicht nur bei Unternehmensanleihen relevant, sondern ebenfalls bei Staatsanleihen.

Der zentrale Unterschied bleibt dennoch bestehen: Bei einer Unternehmensanleihe hängt die Rückzahlung von der Zahlungsfähigkeit des jeweiligen Unternehmens ab. Bei einer Staatsanleihe hängt sie von der Zahlungsfähigkeit des jeweiligen Staates ab. Dadurch verändert sich das Kreditrisiko – und für dieses Risiko verlangt der Markt eine entsprechende Kompensation.

Was bedeuten Coupon, Rendite, Credit Spread und Bonität?

Der Coupon ist die laufende Zinszahlung einer Anleihe. Er gibt an, welchen Betrag Anlegerinnen und Anleger bezogen auf den Nominalbetrag erhalten sollen. Bei einem Nominalbetrag von EUR 100 und einem Coupon von drei Prozent wären das EUR 3 pro Jahr, sofern die Zahlung einmal jährlich erfolgt.

Der Coupon ist jedoch nicht mit der Rendite einer Anleihe gleichzusetzen. Die tatsächliche Rendite hängt unter anderem davon ab, zu welchem Kurs die Anleihe gekauft wird, wie lange sie noch läuft, welche Couponzahlungen bis zur Fälligkeit geleistet werden und zu welchem Betrag die Anleihe zurückgezahlt wird.

Wird eine Anleihe mit einem Nominalbetrag von EUR 100 beispielsweise zu einem Kurs unterhalb von EUR 100 gekauft und am Laufzeitende zu EUR 100 zurückgezahlt, entsteht neben den Couponzahlungen zusätzlich ein Kursgewinn. Wird die Anleihe dagegen zu einem Kurs oberhalb von EUR 100 erworben und zu EUR 100 zurückgezahlt, kann die Rendite niedriger ausfallen, als der Coupon zunächst vermuten lässt.

Eine höhere Rendite wirkt zunächst attraktiv. Bei Unternehmensanleihen ist der Renditeaufschlag gegenüber einer vergleichbaren Staatsanleihe jedoch häufig die Kompensation für ein höheres oder anders eingeschätztes Ausfallrisiko. Anlegerinnen und Anleger verlangen eine höhere Rendite, weil sie dem Unternehmen möglicherweise nicht dieselbe Kreditqualität beimessen wie einem sehr bonitätsstarken Staat.

Der Renditeaufschlag gegenüber einer als Referenz verwendeten Staatsanleihe wird häufig als Credit Spread oder Kreditrisikoaufschlag bezeichnet. Er dient als Kompensation dafür, dass Anlegerinnen und Anleger ein zusätzliches Kreditrisiko übernehmen. Der Credit Spread drückt aus, wie viel zusätzliche Rendite aus Sicht des Marktes erforderlich ist, um dieses Risiko zu tragen.

Die Höhe des Kreditrisikoaufschlags hängt eng mit der Bonität zusammen. Bonität beschreibt die Fähigkeit und Bereitschaft eines Schuldners, seine Zahlungsverpflichtungen vollständig und fristgerecht zu erfüllen. Je höher die Bonität eingeschätzt wird, desto wahrscheinlicher erscheint dem Markt die vereinbarungsgemäße Zahlung der Coupons und die Rückzahlung des Nominalbetrags.

Bei sehr hoher Bonität fällt der Risikoaufschlag typischerweise niedriger aus. Bei schwächerer Bonität sieht der Markt dagegen ein höheres Risiko und verlangt entsprechend mehr Kompensation.

Das lässt sich ebenfalls an einem vereinfachten Beispiel zeigen. Bei einer Unternehmensanleihe mit solider Bonität könnte eine Rendite von 4,5 Prozent aus Sicht des Marktes ausreichend erscheinen. Bei einem deutlich schwächer eingeschätzten Unternehmen könnten Anlegerinnen und Anleger dagegen eine wesentlich höhere Rendite verlangen, weil sie das zusätzliche Risiko nur gegen eine entsprechend höhere Kompensation übernehmen wollen.

Damit wird deutlich: Ein hoher Coupon ist nicht automatisch ein Zeichen für ein besseres Investment. Er kann auch darauf hindeuten, dass der Markt ein höheres Ausfallrisiko sieht. Entscheidend ist jedoch nicht der Coupon allein, sondern ob die erwartete Rendite das eingegangene Kreditrisiko angemessen kompensiert.

Warum sind Rating, Anleihebedingungen und Selektion so wichtig?

Ratings sind eine etablierte Marktsprache für die Einschätzung der Bonität. Hohe Ratings wie AAA, AA oder A stehen grundsätzlich für eine vergleichsweise hohe Kreditqualität und typischerweise niedrigere Credit Spreads. Schwächere Ratings gehen dagegen mit einem höher eingeschätzten Ausfallrisiko und entsprechend höheren verlangten Risikoaufschlägen einher.

Ein veröffentlichtes Rating ist jedoch nur ein Bestandteil der Analyse. Ein professioneller Anleihemanager sollte die Einschätzung einer Ratingagentur nicht ungeprüft übernehmen, sondern die Bonität des Emittenten auch eigenständig untersuchen.

Ziel einer solchen Kreditanalyse ist es, eine unabhängige Einschätzung der Kreditqualität zu entwickeln. Diese kann mit dem veröffentlichten Rating übereinstimmen, aber auch davon abweichen. Ein Manager kann beispielsweise zu dem Ergebnis kommen, dass sich die wirtschaftliche Situation eines Unternehmens verbessert oder verschlechtert hat, bevor sich diese Entwicklung vollständig im offiziellen Rating widerspiegelt.

Neben der Bonität des Emittenten müssen auch die konkreten Bedingungen der jeweiligen Anleihe berücksichtigt werden. Unternehmensanleihen unterscheiden sich nicht nur nach Schuldner, Coupon und Laufzeit, sondern ebenfalls nach ihrer rechtlichen und wirtschaftlichen Ausgestaltung.

Zu den unterschiedlichen Formen von Unternehmensanleihen zählen beispielsweise Hybridanleihen, Nachranganleihen und Wandelanleihen. Diese Anleiheformen können sich erheblich voneinander unterscheiden, etwa beim Rang der Rückzahlung, bei der Struktur der Zahlungen, bei möglichen Kündigungsrechten oder bei weiteren vertraglichen Bedingungen.

Deshalb sollten die Anleihebedingungen vor einer Investition sorgfältig analysiert und verstanden werden. Eine Unternehmensanleihe ausschließlich anhand ihres Coupons zu beurteilen, greift zu kurz. Ein höherer Coupon kann attraktiv erscheinen, während die Bedingungen der Anleihe gleichzeitig zusätzliche Risiken enthalten.

Hier kann eine spezialisierte Analyse einen wichtigen Beitrag leisten. Ein Anleihemanager betrachtet nicht nur die Höhe des Coupons und das veröffentlichte Rating, sondern analysiert auch den Emittenten, seine wirtschaftliche Entwicklung, die Anleihebedingungen und die Position der Anleihe innerhalb der Kapitalstruktur.

Im Mittelpunkt steht die Frage, welchem Unternehmen Kapital überlassen werden soll und ob der angebotene Risikoaufschlag zur tatsächlichen Qualität des Schuldners und zur Ausgestaltung der Anleihe passt.

Besonders in mittleren Ratingsegmenten kann eine differenzierte Analyse relevant sein. Dort liegen Emittenten häufig nicht eindeutig am sehr starken oder sehr schwachen Ende des Bonitätsspektrums. Eine eigene Einschätzung kann dabei helfen, solide Unternehmen zu identifizieren und zu beurteilen, ob der Markt bestehende Chancen und Risiken bereits angemessen einpreist.

Das erklärt, warum sowohl institutionelle als auch private Investoren Unternehmensanleihen nutzen. Sie suchen die Möglichkeit höherer Renditen gegenüber Staatsanleihen. Diese Möglichkeit besteht jedoch nur unter einer wichtigen Bedingung: Das eingegangene Kreditrisiko muss ausreichend vergütet sein und mögliche Ausfälle dürfen die zusätzlichen Erträge nicht überwiegen.

Unternehmensanleihen sind daher kein pauschal besseres Gegenstück zu Staatsanleihen. Sie sind eine andere Form der Anleihe mit einem anderen Schuldner, einem anderen Kreditrisiko und häufig einer höheren Rendite. Ob daraus ein attraktives Investment wird, hängt wesentlich von der Qualität der Analyse und Selektion ab.

Wie sind Defaults, Investment Grade und High Yield einzuordnen?

Ein häufig genannter Einwand gegenüber Unternehmensanleihen betrifft sogenannte Defaults, also Ausfälle. Die Sorge lautet: In wirtschaftlichen Stressphasen können Unternehmen möglicherweise ihre Coupons nicht mehr zahlen oder den Nominalbetrag am Laufzeitende nicht vollständig zurückzahlen.

Diese Sorge ist ernst zu nehmen. Wenn bei einer Anleihe der Nominalbetrag von EUR 100 gefährdet ist, kann ein Ausfall deutlich schwerer wiegen als mehrere Jahre zuvor vereinnahmte Couponzahlungen. Das Ausfallrisiko ist deshalb kein Nebenthema, sondern ein zentraler Bestandteil der Beurteilung von Unternehmensanleihen.

Entscheidend ist jedoch, nicht alle Unternehmensanleihen über einen Kamm zu scheren. Ausfälle treten nicht gleichmäßig über sämtliche Emittenten und Ratingsegmente hinweg auf. In wirtschaftlichen Stressphasen konzentrieren sich höhere Ausfallraten typischerweise stärker auf schwächere Bonitätssegmente.

Ein historisches Beispiel ist die globale Finanzkrise im Jahr 2008. Im Unternehmensanleihemarkt waren damals insbesondere schwächere Ratingsegmente und Teile des High-Yield-Marktes von erhöhten Ausfallrisiken betroffen. Gleichzeitig ist auch innerhalb des High-Yield-Bereichs eine weitere Differenzierung erforderlich.

Im Anleihemarkt wird grundsätzlich zwischen Investment Grade und High Yield unterschieden. Investment Grade bezeichnet den oberen Ratingbereich. High Yield bezeichnet den darunterliegenden Hochzinsbereich, der mit einem höheren Kreditrisiko verbunden ist.

Diese Unterscheidung bedeutet nicht, dass Investment Grade-Anleihen risikolos wären. Sie bedeutet ebenso wenig, dass High-Yield-Anleihen pauschal ungeeignet sind. Sie zeigt vielmehr, dass Anlegerinnen und Anleger die Risiken abhängig vom jeweiligen Ratingsegment unterschiedlich einordnen und vergüten müssen.

Auch innerhalb des High-Yield-Marktes bestehen erhebliche Unterschiede. Der obere Hochzinsbereich ist nicht mit den schwächsten Ratingsegmenten gleichzusetzen. Diese Differenzierung ist wichtig, um beurteilen zu können, in welchen Bereichen Ausfallrisiken besonders stark konzentriert sind und ob der angebotene Credit Spread eine angemessene Kompensation bietet.

Für Anlegerinnen und Anleger mit entsprechender Risikotoleranz kann der Unternehmensanleihemarkt deshalb in unterschiedlichen Marktphasen interessant sein. Voraussetzung ist eine sorgfältige Auswahl. Der Renditeaufschlag kann nur dann einen Vorteil bieten, wenn das übernommene Kreditrisiko verstanden und angemessen vergütet wird und mögliche Ausfälle die zusätzlichen Erträge nicht überwiegen.

Fazit: Der Unterschied liegt im Schuldner und im vergüteten Risiko

Unternehmensanleihen und Staatsanleihen funktionieren im Grundmechanismus ähnlich. Anlegerinnen und Anleger verleihen Kapital, erhalten in der Regel laufende Coupons und erwarten am Laufzeitende die Rückzahlung des Nominalbetrags. In beiden Fällen hängt die Rückzahlung davon ab, dass der jeweilige Schuldner seine Verpflichtungen erfüllen kann.

Der zentrale Unterschied liegt im Emittenten. Bei einer Staatsanleihe ist der Schuldner ein Staat, bei einer Unternehmensanleihe ein Unternehmen. Weil der Markt Staaten und Unternehmen nicht automatisch gleich bewertet, bieten Unternehmensanleihen häufig höhere Renditen.

Dieser Renditeaufschlag ist jedoch kein kostenloser Vorteil. Er wird als Credit Spread beziehungsweise Kreditrisikoaufschlag bezeichnet und dient als Kompensation für ein höheres oder anders eingeschätztes Kreditrisiko.

Dabei darf der Coupon nicht mit der tatsächlichen Rendite verwechselt werden. Die Rendite einer Anleihe hängt zusätzlich vom Kaufkurs, von der verbleibenden Laufzeit, den Couponzahlungen und der Rückzahlung am Laufzeitende ab.

Wichtig sind außerdem die Bonität des Emittenten, das veröffentlichte Rating, die konkreten Anleihebedingungen und die Qualität der Selektion. Ein professioneller Anleihemanager sollte sich eine unabhängige Meinung zur Kreditqualität bilden, die mit der Einschätzung einer Ratingagentur übereinstimmen, aber auch davon abweichen kann.

Besonders bei Unternehmensanleihen lohnt sich daher der Blick in die Details. Unterschiedliche Anleiheformen wie Hybridanleihen, Nachranganleihen oder Wandelanleihen können unterschiedliche Bedingungen und Risiken enthalten. Wer ausschließlich auf den Coupon schaut, übersieht möglicherweise genau die Merkmale, die für Risiko und Rückzahlung entscheidend sind.

Unternehmensanleihen können gegenüber Staatsanleihen höhere Renditechancen bieten. Dieser Vorteil ist jedoch an eine klare Voraussetzung geknüpft: Das Kreditrisiko muss angemessen vergütet und sorgfältig analysiert werden. Zudem dürfen mögliche Ausfälle die zusätzlichen Erträge nicht überwiegen. Genau darin liegt der Kern des Unterschieds zwischen Unternehmensanleihe und Staatsanleihe.

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