Presse 25.11.2025

Emerging Markets: Schwacher US-Dollar & fiskalische Risiken in Industrieländern verbessern Anlagechancen

  • Schwächelnder US-Dollar stärkt Schwellenländer: Mehr Kapitalzuflüsse, niedrigere Refinanzierungskosten und Rückenwind für exportorientierte Volkswirtschaften
  • Fiskalische Dominanz belastet Industriestaaten: Hohe Staatschulden schränken Notenbanken ein und untergraben geldpolitische Glaubwürdigkeit
  • Emerging Markets erleben Aufwind: Solide Haushalte, steigende Rohstoffnachfrage und attraktives Renditepotenzial 


Nach mehr als einer Dekade relativer Schwäche rücken Schwellen- und Entwicklungsländer, die sogenannten Emerging Markets, wieder verstärkt in den Fokus internationaler Anleger. Der MSCI Emerging Markets Index legte in diesem Jahr bis Ende Oktober um rund 33 Prozent zu und übertraf damit deutlich den MSCI World Index, der im selben Zeitraum um 20 Prozent stieg. Zwei zentrale Faktoren prägen dieses veränderte Marktumfeld: Ein deutlich schwächerer US-Dollar und die zunehmende fiskalische Dominanz in den großen Industrieländern.
 

Gegenläufige Dynamiken zwischen Industrie- und Schwellenländern 


Die Wertentwicklung der Emerging Markets ist historisch eng an den US-Dollar gekoppelt. Ein schwächerer Dollar lenkt Kapitalströme aus den USA in höher rentierliche Märkte und senkt die Kosten für Länder mit Dollarschulden. Viele exportorientierte Schwellenländer profitieren zusätzlich von steigender Rohstoffnachfrage und moderateren Inflationsdynamiken. 

Gleichzeitig geraten einige Industriestaaten unter fiskalischen Druck: Hohe Schuldenberge schränken die geldpolitische Handlungsfreiheit ein. In den USA, Großbritannien und Teilen Europas zwingt die hohe Staatsverschuldung die Zentralbanken, geldpolitische Entscheidungen zunehmend an fiskalischen Zwängen auszurichten.

Im Gegensatz dazu haben zahlreiche Schwellenländer ihre Haushalte in den vergangenen Jahren stabilisiert und gelten heute als fiskalisch disziplinierter. Mit erwarteten Zinssenkungen in den USA könnten die Kapitalströme zugunsten der Emerging Markets weiter an Fahrt gewinnen: "Niedrigere Refinanzierungskosten, steigende Rohstoffnachfrage und die hohe Schuldenlast der Industrieländer machen Investitionen in die Emerging Markets nach mehr als einem Jahrzehnt relativer Schwäche wieder attraktiv", konstatiert Thomas Romig, CIO Multi Asset bei Assenagon. Dennoch bliebe aber auch Vorsicht geboten, ergänzt AI Solutions & Macro Analyst Sebastian Schmider: "Politische Unsicherheiten, länderspezifische Probleme oder externe Schocks können die Entwicklung jederzeit bremsen."

Die ausführliche Analyse von Thomas Romig und Sebastian Schmider lesen Sie in der neuesten Ausgabe der Assenagon Perspectives.

München/Luxemburg, 25. November 2025