Indexvolatilität im Detail – warum ihre Treiber entscheidend sind
VOLATILITY SPOTLIGHT | SEPTEMBER 2026


- Die Indexvolatilität wird von zwei zentralen Faktoren bestimmt: Der Volatilität der Einzelaktien und ihrer Korrelation untereinander. Ihr relativer Beitrag verändert sich je nach Marktregime erheblich.
- In Stressphasen geht das Risiko zunehmend von den Einzelaktien aus. Bei den stärksten ein Prozent der täglichen Anstiege der impliziten Indexvolatilität lassen sich rund 70 Prozent der Bewegung auf eine höhere Einzelaktienvolatilität zurückführen – wodurch Anleger einem erheblichen und stark asymmetrischen Tail-Risiko ausgesetzt sind.
- Die Rendite stammt dagegen überwiegend aus der Korrelation. Obwohl die Einzelaktienvolatilität einen großen Teil des Verlustrisikos ausmacht, bietet sie vergleichsweise wenig Kompensation. Der überwiegende Teil der Volatilitätsrisikoprämie befindet sich in der Korrelationskomponente. Gemessen am eingegangenen Risiko ist die Korrelation damit die attraktivere Ertragsquelle.
Strategien zur Vereinnahmung der Volatilitätsrisikoprämie sind ein etablierter Bestandteil im Bereich der Liquid Alternatives. Sie bieten eine skalierbare Ertragsquelle mit einem Risiko-Rendite-Profil, welches sich deutlich von klassischen Aktienanlagen unterscheidet.
Wer Indexvolatilität verkauft, ist sowohl der Volatilität der Einzelaktien als auch ihrer Korrelation ausgesetzt. Um das Risiko-Rendite-Profil einer Volatilitätsstrategie beurteilen zu können, ist es daher entscheidend, diese beiden grundlegenden Treiber zu verstehen. In dieser Ausgabe des "Volatility Spotlight" untersuchen wir, wie die beiden genannten Komponenten die implizite Indexvolatilität in unterschiedlichen Marktphasen beeinflussen – und welche Konsequenzen sich daraus für Investoren ergeben.
Zwei Kräfte bestimmen die implizite Indexvolatilität
Die Indexvolatilität wird im Wesentlichen von zwei Faktoren geprägt:
- Der Volatilität der im Index enthaltenen Einzelaktien und
- der Korrelation dieser Aktien untereinander.
Die Einzelaktienvolatilität beschreibt, wie stark sich die einzelnen Indexmitglieder bewegen. Die Korrelation bestimmt, wie viel von diesen Bewegungen nach dem Diversifikationseffekt auf Indexebene noch sichtbar bleibt. Eine Strategie, die ausschließlich Indexvolatilität verkauft, beinhaltet somit beide Risikokomponenten.
Für Investoren reicht es daher nicht aus, ausschließlich die Indexvolatilität zu analysieren. Nur wer ihre zugrunde liegenden Treiber versteht, kann sowohl die Herkunft des Risikos als auch die Qualität der vereinnahmten Prämie angemessen beurteilen.
In Stressphasen dominiert die Einzelaktienvolatilität
Unsere Analyse täglicher Volatilitätsdaten des S&P 500® zeigt, dass sich das Zusammenspiel der beiden Treiber je nach Marktphase deutlich verändert.
In normalen Marktphasen tragen Einzelaktienvolatilität und Korrelation annähernd gleich stark zu Veränderungen der Indexvolatilität bei. Je ausgeprägter die Marktbewegungen jedoch ausfallen, desto stärker dominiert die Einzelaktienvolatilität.
Bei den extremsten ein Prozent der beobachteten Veränderungen der Indexvolatilität entfallen rund 70 Prozent der Bewegung auf die Einzelaktienvolatilität, wie Abbildung 1 zeigt.
Starke Anstiege der Indexvolatilität entstehen demnach hauptsächlich durch die stark ansteigende Volatilität der im Index befindlichen Aktien und weniger stark durch die eingepreiste Korrelation.
Grafik 1: Mit zunehmendem Marktstress wird die Einzelaktienvolatilität zum wichtigsten Treiber
Beitrag zu den Veränderungen der impliziten Indexvolatilität des S&P 500®

Die Risikoprämie stammt aus der Korrelation
Der Risikobeitrag ist allerdings nur eine Seite der Medaille. Entscheidend ist, ob Investoren für das Tragen der beiden Risikokomponenten angemessen kompensiert werden.
Um dies zu beurteilen, vergleichen wir die Volatilitätsrisikoprämie des S&P 500® mit jener seiner größten Indexmitglieder.
Das Ergebnis ist eindeutig: Historisch wurde die implizite Indexvolatilität mit einem deutlichen Aufschlag gegenüber der realisierten Volatilität gehandelt. Bei den Einzelaktienvolatilitäten fiel die entsprechende Prämie dagegen erheblich geringer aus und lag über lange Zeiträume nahe null, wie Abbildung 2 zeigt.
Grafik 2: Volatilitätsrisikoprämie: S&P 500®-Index vs. Top 50-Einzelaktien
Quartalsweise Volatilitätsrisikoprämie, 03.01.2005 – 02.01.2026

Für den Anleger
Der Verkauf von Indexvolatilität bündelt somit zwei Risikofaktoren mit sehr unterschiedlichen Risiko-Rendite-Eigenschaften. In Stressphasen dominiert die Einzelaktienvolatilität zunehmend die Verluste, obwohl sie Investoren historisch langfristig nur wenig Kompensation geboten hat. Die Korrelation lieferte dagegen den überwiegenden Teil der Volatilitätsrisikoprämie.
Für Investoren ist diese Unterscheidung entscheidend: Nicht jede Strategie, die auf den Verkauf von Volatilität setzt, kompensiert das eingegangene Risiko gleichermaßen.
Tobias Knecht & Daniel Danon

Unsere Webkonferenzen
Hier erhalten Sie regelmäßig Updates rund um unsere Assenagon Volatilitätsfonds.
Ich möchte zu den Webkonferenzen eingeladen werden
Die nächsten Webkonferenzen finden am 16. & 17. September 2026 statt.

